Chronik
Chronik – die Geschichte von Galtür
Galtür hat eine jahrhundertealte Geschichte, die es zu dem gemacht hat, was es heute ist: ein familienfreundlicher Tourismusort in der herrlichen Alpenlandschaft.
Drei Kulturkreise begegnen sich in Galtür: der romanische, der alemannische und der bajuwarische. So wurde Galtür von drei Seiten besiedelt und geprägt: Die Engandiner kamen aus dem Süden, die Walser und Vorarlberger aus dem Westen und die Tiroler aus dem Osten. Seit 1095 hatten die Siedler ihre Käse-Zinse an Grundherren im Unterengadin und im fernen Vinschgau abzuliefern. Diese Zinsverpflichtungen bestanden bis zu den Zeiten Napoleons, also über 700 Jahre lang. Der Name Galtür (Cultura) erinnert noch an die Kultivierungsarbeit der Engadiner.
Die Jahrhunderte brachten Kämpfe um Macht und Einfluss, und auch die Natur meinte es nicht sonderlich gut mit Galtür. Jedenfalls berichtet die mündliche Überlieferung von endlosen Ketten von Katastrophen: Lawinen und Hochwasser, Muren und Steinschläge haben die Menschen heimgesucht. Daneben deuten die Quellen aber auf einen ständig ansteigenden Wohlstand. Tatkräftige und weitblickende Pfarrherren haben Galtür im 18. Jahrhundert zu einem weitum bekannten Wallfahrtsort gemacht. Im 19. Jahrhundert wurden aus diesem Grund die ersten Straßen durch das Paznaun gebaut.
Die Reisenden aus der großen weiten Welt entdeckten Galtür und fanden ein armes Dorf vor. Was Lawinen und Hochwasser, hartherzige Grundherren und Steuereintreiber durch Jahrhunderte nicht vermocht hatten, brachte die neue Zeit fertig: Billige Lebensmittel wurden mit der Eisenbahn herangekarrt, die Preise verfielen und die Bergbauern verarmten. Die uralten Wege über die hohen Pässe wurden zu Schmugglerpfaden. Statt Getreide schleppten die Paznauner jetzt Kaffee und Tabak vom Engadin, um das nackte Überleben zu sichern. Aber eines Tages ging es wieder aufwärts: Die Bergsteiger entdeckten die Schönheiten der Silvretta, die Jamtalhütte wurde gebaut, bald darauf das Hotel Fluchthorn. Die Touristen brachten Leben und Wohlstand in das Tal.
Chronik:
- 1146 Erstmalige Erwähnung der Gemeinde Galtür
- 1280 Erste Nennung des Namens Paznaun
- 1320 Zweite entscheidende Besiedelung durch die Walser
- 1359 Bau einer kleinen Kirche (Einweihung 1383)
- 1460 Eigene Gerichtsbarkeit
- 1565 Galtür wird von Pfarre Ardez losgetrennt und Vikariat Montafon/Chur zugeteilt
- 1610 Errichtung einer Zollstelle
- 1622 Brandschatzung in Galtür durch die Engadiner
- 1642 Erste Matrikelbücher werden angelegt
- 1658 Erstmaliger Schulunterricht
- 1720 Volkszählung erfasst 127 Familien mit 610 Einwohnern
- 1776–83 Barockisierung der Pfarrkirche
- 1876 Bau des ersten Schulhauses
- 1887 Einweihung der neuen Talstraße
- 1900 Die Gemeinde Galtür erwirbt die Alpe Vermunt
- 1927 Planmäßig Kommen bereits Postautos ins Dorf
- 1928-31 Bau des Vermunt–Stausees
- 1938-51 Bau des Silvrettau–Stausees
- 1950 Erster Schilift in Galtür (Böschalift)
- 1954 Die Silvrettastraße wird für den Massenverkehr freigegeben
- 1960 Galtür hat bereits 1400 Fremdenbetten
- 1960 Baubeginn Alpkogellift
- 1962-69 Bau des Kops–Stausees
- 1970 Einweihung Hallenbad
- 1980 Eröffnung Sportzentrum
- 1999 Lawinenunglück (23. 02. 1999), Bau des Alpinariums
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